Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten Tags Adventisten
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten.
Übersetzt von ASI Deutschland.


23. AUGUST
Göttlicher Bote

„Ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ – Johannes 6,38



Sehen wir nicht die Verbindung von Ursache und Wirkung? Erkennen wir nicht, dass der Grund für die Verzögerung des Werkes unsere Trägheit ist, mit den Gütern des Herrn zu handeln, und unsere selbstsüchtige Weigerung, Ihm Seinen Anteil zu geben?

Nie erhielt Christus so viel Applaus von der Menge wie bei Seinem Triumphzug nach Jerusalem. Die Leute riefen Hosianna, doch der Heiland empfand keine Freude. Er blickte auf die Stadt und weinte über sie. „Wenn doch auch du erkannt hättest, wenigstens noch an diesem deinem Tag, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen“ (Lukas 19,42), waren Seine Worte. Er sah die Tausende über Tausende, die bald in die furchtbare Vernichtung der todgeweihten Stadt hineingezogen würden. Wie tief muss Ihn der Gedanke an eine Nation, die ihre eigenen Ketten geschmiedet, ihr eigenes Schicksal besiegelt und die Wolken des Zornes Jehovas um sich gesammelt hatte, innerlich aufgewühlt haben! „Ihr habt euch all meinem Flehen hartnäckig widersetzt“, sagte Er. „Immer und immer wieder habe ich die Pfeile der Gerechtigkeit abgewendet. In Liebe habe ich auf eure Buße und Reue gewartet. Ich habe euch langmütig getragen wie ein Mann seinen Sohn, der ihm dient. Aber ihr wolltet nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.“

Doch Christus vergoss Seine heißen Tränen nicht nur für Jerusalem. Er weinte, als Er an die schreckliche Vergeltung dachte, die eine reuelose Welt treffen wird. Noch immer bemüht Er sich geduldig und liebevoll um die Rettung von Sündern. Klopft der göttliche Bote nicht an die Herzenstür? Wirkt der Geist nicht am Sünder? Lädt Christus nicht die sündenkranken Seelen ein, zu Seinen Füßen zu sitzen und von Ihm zu lernen, Sein Joch der Unterordnung und des Gehorsams zu tragen? Hat Er nicht die Länge und Breite des Landes durchzogen und überall Segen verbreitet? Seine Geduld kann nicht erschöpft, Seine Liebe nicht aufgehalten werden. Hört, wie Er zu den Schwachen, Müden und Hilflosen spricht: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen“ (Matthäus 11,28.29). Willst du nicht Seine Gnade das Herz aus Stein erweichen lassen? — Review and Herald, 3. Dezember 1901

Zum Nachdenken: Wie empfindsam ist das Herz Jesu? Höre ich Ihn an meine Herzenstür klopfen?

(Quelle: Ellen G. White, Jesus: Name Above All Names, Andachtsbuch 2021)
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten Tags Adventisten
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten.
Übersetzt von ASI Deutschland.


22. AUGUST
Autor der Naturgesetze

„Ach, Herr, HERR, siehe, du hast den Himmel und die Erde gemacht mit deiner großen Kraft und mit deinem ausgestreckten Arm; dir ist nichts unmöglich!“ – Jeremia 32,17



Gesundheit ist ein Segen, den nur wenige richtig wertschätzen. Wie viel wir mit unseren geistigen und körperlichen Kräften erreichen können, hängt vor allem von unserer Gesundheit ab. Unsere Impulse und Triebe haben ihren Sitz im Körper. Um unsere Talente optimal nutzen zu können, müssen wir den Körper in der bestmöglichen Verfassung halten und tief geistlichen Einflüssen aussetzen.

Was immer die physische Kraft verringert, schwächt auch den Verstand und die Fähigkeit, zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden. Wir sind dann weniger in der Lage, uns für das Gute zu entscheiden, und haben weniger Willenskraft zu tun, was wir als richtig erkannt haben.

Der Missbrauch unserer Körperkräfte verkürzt die Zeit, in der wir unser Leben zur Ehre Gottes einsetzen können, und macht uns unfähig, unsere gottgegebene Aufgabe zu erfüllen. Wenn wir falsche Gewohnheiten zulassen, spät ins Bett gehen oder auf Kosten der Gesundheit unseren Appetit befriedigen, legen wir den Grundstein für mangelnde Leistungsfähigkeit. Wenn wir Geist oder Körper überarbeiten oder die Bewegung vernachlässigen, bringen wir das Nervensystem aus dem Gleichgewicht. Wer auf diese Weise sein Leben verkürzt und sich durch Missachtung der Naturgesetze arbeitsunfähig macht, ist der Beraubung Gottes schuldig. Und er beraubt auch seine Mitmenschen. Die Möglichkeiten, anderen zum Segen zu sein (denn gerade dafür hat Gott ihn in die Welt gestellt), sind durch seinen Lebensstil limitiert worden. Ja, er hat sich sogar dafür disqualifiziert, was er in einer kürzeren Zeit hätte erreichen können. Der Herr wird uns zur Rechenschaft ziehen, wenn wir der Welt aufgrund ungesunder Gewohnheiten Gutes vorenthalten.

Wer die Naturgesetze übertritt, übertritt das Sittengesetz, denn Gott ist ebenso der Autor der Naturgesetze wie des Sittengesetzes. Sein eigener Finger hat Sein Gesetz auf jeden Nerv, jeden Muskel und jede Fähigkeit geschrieben, die dem Menschen anvertraut ist. Und jeder Missbrauch irgendeines Teils unseres Organismus ist eine Übertretung dieses Gesetzes.

Jeder sollte sich mit dem menschlichen Organismus auskennen, damit er seinen Körper in dem Zustand halten kann, der für das Werk des Herrn nötig ist. — Christ’s Object Lessons, 346-8

Zum Nachdenken: Habe ich meine Nützlichkeit für Gott geschädigt, weil ich mich nicht um meinen Körpertempel gekümmert habe? Welche gesunde Gewohnheit sollte ich heute beginnen?

(Quelle: Ellen G. White, Jesus: Name Above All Names, Andachtsbuch 2021)
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten Tags Adventisten
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten.
Übersetzt von ASI Deutschland.


21. AUGUST
Offenbarer der Wahrheit

„Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und doch in der Finsternis wandeln, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit;“ – 1. Johannes 1,6



Wäre es möglich gewesen, mit Silber und Gold die Erlösung der Menschen zu erkaufen, wie leicht hätte Gott sie dann vollbringen können, denn Er hat gesagt: „Mein ist das Silber, und mein ist das Gold.“ (Haggai 2,8) Doch einzig und allein mit dem kostbaren Blut des Sohnes Gottes konnte der Übertreter freigekauft werden. Dem Erlösungsplan liegt ein Opfer zugrunde. Der Apostel Paulus schrieb: „Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet.“ (2. Korinther 8,9) Christus gab sich selbst für uns, um uns von aller Ungerechtigkeit zu erlösen. „Die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn“ (Römer 6,23) – das ist der krönende Höhepunkt des Erlösungsplanes.

„Da ihr eure Seelen im Gehorsam gegen die Wahrheit gereinigt habt durch den Geist zu ungeheuchelter Bruderliebe“, fuhr Petrus fort, „so liebt einander beharrlich und aus reinem Herzen.“ (1. Petrus 1,22) Das Wort Gottes – die Wahrheit – ist das Mittel, durch das der Herr Seinen Geist und Seine Macht wirksam werden lässt. Wer diesem Wort gehorcht, bringt Frucht mit der geforderten Qualität hervor, nämlich „ungeheuchelte Bruderliebe“. Diese Liebe kommt von Gott. Sie weckt in uns edle Motive und treibt uns zu selbstlosen Taten.

Wenn diese Wahrheit zum beständigen Prinzip wird, welches das gesamte Leben prägt, dann ist der Mensch „wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt“ (V. 23). Zu dieser geistlichen Wiedergeburt kommt es, wenn man Christus als das Wort Gottes annimmt. Wem der Heilige Geist die göttlichen Wahrheiten ins Herz einprägt, in dem werden neue Gedanken wach, und Kräfte und Energien, die bisher ungenutzt in ihm schlummerten, werden geweckt, um mit Gott zu kooperieren.

Diese Erfahrung hatten Petrus und die anderen Jünger gemacht. Christus war der Offenbarer der Wahrheit Gottes für die Welt. Er säte den unvergänglichen Samen, das Wort Gottes, in das Herz der Menschen. Doch viele dieser kostbarsten Lehren des großen Meisters wurden an jene gerichtet, die sie damals nicht verstanden. Als aber nach der Himmelfahrt Christi der Heilige Geist die Jünger an diese Lehren erinnerte, wurden ihre schläfrigen Sinne geweckt. — Gute Nachricht für alle, 391f

Zum Nachdenken: Welche Änderung in Einstellung oder Verhalten habe ich zuletzt erfahren, weil der Heilige Geist mir Wahrheit offenbart hat?

(Quelle: Ellen G. White, Jesus: Name Above All Names, Andachtsbuch 2021)
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten Tags Adventisten
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten.
Übersetzt von ASI Deutschland.


20. AUGUST
Licht zur Erleuchtung der Heiden

„Das Volk, das in der Finsternis wohnte, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Land des Todesschattens wohnten, ist ein Licht aufgegangen.“ – Matthäus 4,16



Als Nikodemus Jesus nachts zu einem Gespräch aufsuchte, sagte er: „Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist.“ (Johannes 3,2) An und für sich war das alles richtig. Doch was sagte Jesus? Er „antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen!“ (V. 3) Hier war ein Mann in einer hohen Vertrauensstellung, ein Mann, den man als Kenner der jüdischen Sitten betrachtete, jemand mit einem reichen Schatz an Weisheit. Und Nikodemus besaß in der Tat außergewöhnliche Talente. Er wollte nicht bei Tag zu Jesus gehen, um nicht ins Gerede zu kommen. Es wäre zu peinlich für einen jüdischen Obersten gewesen, sich als Sympathisant des verachteten Nazareners zu bekennen. So denkt sich Nikodemus: Ich will selbst herausfinden, was es mit der Mission und den Ansprüchen dieses Lehrers auf sich hat, ob Er wirklich das Licht zur Erleuchtung der Heiden und die Herrlichkeit Israels ist.

Jesus sagt Nikodemus praktisch: Eine Diskussion wird dir nicht weiterhelfen. Argumente können der Seele kein Licht bringen. Du brauchst ein neues Herz, sonst kannst du das Himmelreich nicht wahrnehmen. Damit du an den richtigen Punkt gelangst, brauchst du nicht mehr Beweise, sondern neue Ziele, neue Motive. Du musst wiedergeboren werden. Bevor das geschieht und alles neu macht, wären die stärksten Beweise, die sich finden ließen, nutzlos. Der Mangel liegt in deinem eigenen Herzen. Alles muss anders werden, sonst kannst du Gottes Reich nicht sehen.

Das war eine sehr demütigende Feststellung für Nikodemus. Mit einem Gefühl von Irritation greift er Christi Worte auf und sagt: „Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist?“ (V. 4) Er war nicht geistlich genug, um den Sinn Seiner Worte zu erkennen. Aber der Heiland brachte kein Gegenargument vor. In feierlicher, ruhiger Würde erhebt Er Seine Hand und wiederholt mit größerem Nachdruck dieselbe Wahrheit: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!“ (V. 5) — Testimonies to Ministers and Gospel Workers, 367f

Zum Nachdenken: Wann hast du zum letzten Mal erlebt, dass du etwas von Jesus erbeten und überraschend etwas ganz anderes erhalten hast?

(Quelle: Ellen G. White, Jesus: Name Above All Names, Andachtsbuch 2021)
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten Tags Adventisten
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten.
Übersetzt von ASI Deutschland.


19. AUGUST
Ewiges Wort

„Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe.“ – Johannes 18,37



Christus war der größte Lehrer, den die Welt je gesehen hat. Er kam auf diese Erde, um die hellen Strahlen der Wahrheit zu verbreiten, damit Menschen für den Himmel zubereitet werden. „Ich bin … dazu in die Welt gekommen“, erklärte Er, „dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe.“ (Johannes 18,37) Er kam, um das Wesen des Vaters zu offenbaren und die Menschen dahin zu führen, Ihn im Geist und in der Wahrheit anzubeten.

Der Himmel wusste, dass der Mensch einen göttlichen Lehrer brauchte. Die Menschen, gefallen und vor Satans Karren gespannt, erregten Gottes Mitleid und Mitgefühl, und als die Zeit erfüllt war, sandte Er Seinen Sohn. Der Eine, im himmlischen Rat Bestimmte kam als Lehrer der Menschheit auf die Erde. Das reiche Wohlwollen Gottes schenkte Ihn unserer Welt, und um den Bedürfnissen der menschlichen Natur zu begegnen, wurde Er selbst Mensch. Zum Erstaunen der himmlischen Scharen kam das ewige Wort als hilfloser Säugling in unsere Welt. Vollkommen bereit verließ Er die Königshöfe und verband sich auf geheimnisvolle Weise mit dem gefallenen Menschen …

Als Christus Sein Oberkommando aufgab, hätte Er sich Seine Lebensumstände frei aussuchen können. Aber Größe und Rang bedeuteten Ihm nichts. Er wählte den bescheidensten Weg. Für Luxus, Bequemlichkeit oder Selbstverwirklichung war in Seinem Leben kein Platz. Sein Thema war die Wahrheit himmlischen Ursprungs. Die Wahrheit war der Same, den Er in der Welt aussäte …

Dass Christus als Kind an Weisheit und Gunst bei Gott und den Menschen zunahm, war nicht überraschend, denn es entsprach den von Ihm selbst aufgestellten, göttlichen Gesetzen, dass Seine Talente sich entwickeln und Seine Fähigkeiten wachsen sollten. Er suchte keine Ausbildung an den Schulen der Rabbiner, denn Gott war Sein Lehrer. Mit den Jahren nahm Er immer mehr an Weisheit zu. Fleißig widmete Er sich dem Studium der Schrift, denn Er wusste, dass sie voll von unschätzbaren Unterweisungen war. Treu kam Er Seinen häuslichen Aufgaben nach. Die frühen Morgenstunden verbrachte Er statt im Bett oft an einem einsamen Ort, wo Er in der Schrift forschte und zu Seinem himmlischen Vater betete. — Counsels to Parents, Teachers, and Students, 259f

Zum Nachdenken: Wenn Jesus das ewige Wort war, weshalb musste Er dann selbst in der Schrift forschen?

(Quelle: Ellen G. White, Jesus: Name Above All Names, Andachtsbuch 2021)
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten Tags Adventisten
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten.
Übersetzt von ASI Deutschland.


18. AUGUST
Engel der göttlichen Gegenwart

„Wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken, und ebenso waren wir auch in ihren Augen!“ – 4. Mose 13,33



„Da erhob die ganze Gemeinde ihre Stimme und schrie, und das Volk weinte in jener Nacht.“ (4. Mose 14,1) Innerhalb kurzer Zeit entstanden Auflehnung und offene Meuterei. Satan übte volle Herrschaft aus, und die Leute schienen wie von Sinnen. Sie beschimpften Mose und Aaron, ohne daran zu denken, dass Gott die schlimmen Worte hörte und der in die Wolkensäule eingehüllte Engel der göttlichen Gegenwart Zeuge ihrer schrecklichen Zornausbrüche wurde. „Wären wir doch im Land Ägypten gestorben, oder wären wir doch in dieser Wüste gestorben!“ (V. 2) Als sie ihrem Unmut Luft machten, vertiefte sich die Verbitterung, bis sie ihre Vorwürfe gegen Gott richteten: „Wozu bringt uns der HERR in dieses Land? Damit wir durchs Schwert fallen und unsere Frauen und unsere kleinen Kinder zur Beute werden? Wäre es nicht besser für uns, nach Ägypten zurückzukehren? Und sie sagten einer zum andern: Lasst uns ein Haupt über uns setzen und nach Ägypten zurückkehren!“ (V. 3.4)

Tief getroffen von der Rebellion des Volkes und im Bewusstsein der enormen Größe dieser Sünde „fielen Mose und Aaron auf ihr Angesicht vor der ganzen Versammlung der Gemeinde der Söhne Israel“ (V. 5). Einmal mehr versuchten Kaleb und Josua, die Leute zuversichtlich zu stimmen. Lauter noch als der Sturm von Klagen, Aufbegehren und Trauer ertönten ihre Stimmen mit den Worten: „Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, das Land ist sehr, sehr gut. Wenn der HERR Gefallen an uns hat, so wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben, ein Land, das von Milch und Honig überfließt. Nur empört euch nicht gegen den HERRN! Und fürchtet doch nicht das Volk des Landes, denn unser Brot werden sie sein! Ihr Schutz ist von ihnen gewichen, und der HERR ist mit uns. Fürchtet sie nicht!“ (V. 7-9)

Doch die Gemeinde wollte den innigen Appell nicht hören. Die abtrünnigen Kundschafter griffen Kaleb und Josua lautstark an, und man rief, sie sollten gesteinigt werden. Der irrsinnige Mob griff nach etwas zum Werfen, um diese treuen Männer zu töten. Wie verrückt schreiend, rannten sie los. Doch plötzlich fielen ihnen die Steine aus der Hand. Zitternd vor Schreck wurden sie ganz still. Gott war eingeschritten, um ihre mörderischen Pläne aufzuhalten. Die Herrlichkeit Seiner Gegenwart erleuchtete die Stiftshütte wie ein feuriges Schwert … Ein Mächtigerer als sie hatte sich gezeigt, und niemand wagte es, sich noch aufzulehnen. — Review and Herald, 20. Mai 1902

Zum Nachdenken: Habe ich schon einmal den Heiligen Geist durch einen rebellischen Ausbruch betrübt? Hat mein Zorn schon einmal Gottes Segen für mich versiegen lassen?

(Quelle: Ellen G. White, Jesus: Name Above All Names, Andachtsbuch 2021)
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten Tags Adventisten
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten.
Übersetzt von ASI Deutschland.


17. AUGUST
Kanal

„Er war zuvor ersehen vor Grundlegung der Welt, aber wurde offenbar gemacht in den letzten Zeiten um euretwillen.“ – 1. Petrus 1,20



Durch Rebellion und Abfall verwirkte der Mensch Gottes Gunst – nicht irgendwelche „Rechte“. Wert konnte er jetzt nur noch in der Person von Gottes teurem Sohn haben. Dieser Punkt ist wichtig zu verstehen. Er verlor die Vorrechte, die Gott ihm gnädig aus freien Stücken gegeben hatte – den anvertrauten Schatz, mit dessen Hilfe er Gottes Sache und Ehre sowie das Wohl Seiner Geschöpfe fördern sollte. In dem Moment, als die von Gott gebildeten Wesen den Gesetzen Seines Reiches den Gehorsam verweigerten, wurden sie Gottes Regierung untreu und machten sich all der Segnungen, mit denen Gott sie beschenkt hatte, gänzlich unwürdig.

Das war die Situation der Menschheit, nachdem der Mensch sich durch Übertretung von Gott losgesagt hatte … Der Mensch wurde nur deswegen nicht ausgelöscht, weil Gott ihn so liebte, dass Er freiwillig Seinen lieben Sohn gab, damit dieser die Strafe für das Vergehen erlitt. Christus bot sich als Bürge und Stellvertreter der Menschen an, damit sie durch beispielloses Erbarmen einen weiteren Versuch – eine zweite Probezeit – haben konnten und dabei durch Adams und Evas Erfahrung davor gewarnt waren, Gottes Gesetz zu brechen. Und wenn der Mensch Gottes Segnungen und Gaben in Form von Sonnenschein und Nahrung genießt, soll er sich vor Ihm beugen und dankbar anerkennen, dass alles von Gott kommt …

Als der Mensch Gottes Gesetz gebrochen hatte, wurden durch den Erlöser neue Verheißungen auf einer neuen Grundlage gemacht. Jeder Segen musste jetzt über einen Mittler gehen. Jedes Glied der menschlichen Familie liegt ganz in den Händen Christi, und was immer wir besitzen – seien es Gaben und Segnungen wie Geld, Häuser, Land, Intelligenz, Körperkraft oder geistige Talente, sei es in diesem oder im zukünftigen Leben –, ist uns als Gottes Schatz übergeben, den wir zum Wohl anderer treu vermehren sollen. Alles kommt von Gott. Vom kleinsten Nutzen bis zum größten Segen fließt alles durch den einen Kanal eines übermenschlichen Mittlerdienstes, besprengt mit Blut, das von unschätzbarem Wert ist, weil es das Leben von Gott in Seinem Sohn ist. — Faith and Works, 21f

Zum Nachdenken: Was brauche ich heute, das Gott mir durch den einen Kanal zufließen lassen möchte?

(Quelle: Ellen G. White, Jesus: Name Above All Names, Andachtsbuch 2021)
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten Tags Adventisten
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten.
Übersetzt von ASI Deutschland.


16. AUGUST
Allmächtiger Mittler

„Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus.“ – 1. Timotheus 2,5



Der Gebrauch eines jeden anvertrauten Talentes wird im Gericht genauestens geprüft. Wie haben wir die Mittel verwendet, die uns der Himmel anvertraut hat? Wird der Herr Sein Eigentum mit Zinsen zurückerhalten, wenn Er kommt? Haben wir die Fähigkeiten, die uns übertragen wurden, mit Kraft, Herz und Verstand zum Ruhm Gottes und zum Segen der Welt eingesetzt? Wie haben wir unsere Zeit, unsere Feder, unsere Stimme, unseren Einfluss genutzt? Was haben wir für Christus an einem Armen, einem Bekümmerten, einer Waise oder einer Witwe getan? Gott machte uns zu Treuhändern Seines heiligen Wortes. Was haben wir mit dem Licht gemacht, das uns verliehen wurde, um Menschen zu Christus zu führen? Ein bloßes Bekenntnis, an den Erlöser zu glauben, ist wertlos. Nur die Liebe, die sich in den Werken zeigt, wird als echt anerkannt. Und doch ist es in der Sicht des Himmels allein die Liebe, die einer Tat ihren Wert verleiht. Was immer aus Liebe geschieht, wie klein es nach menschlicher Einschätzung auch erscheinen mag, wird von Gott anerkannt und belohnt.

Die Bücher des Himmels offenbaren die verborgene Selbstsucht der Menschen. Dort existiert der Bericht über unerfüllte Pflichten an den Mitmenschen und über Vergesslichkeit gegenüber Erwartungen des Erlösers. Dort werden wir sehen, wie oft Zeit, Gedanken und Kraft Satan überlassen wurden, die eigentlich Christus gehörten. Die Engel überbringen dem Himmel einen traurigen Bericht. Vernunftbegabte Wesen, bekenntliche Nachfolger Christi, sind durch den Erwerb weltlicher Güter und durch irdische Vergnügungen ganz in Anspruch genommen. Geld, Zeit und Kraft werden Äußerlichkeiten und dem eigenen Genuss geopfert, während es nur selten Momente gibt, die dem Gebet, dem Suchen in der Schrift, der Hingabe und dem Sündenbekenntnis gewidmet werden.

Satan schmiedet unzählige Pläne, um unsere Gedanken in Beschlag zu nehmen, damit wir uns nicht mit jenem wichtigen Werk befassen, mit dem wir doch bestens vertraut sein sollten. Der Erzbetrüger hasst die großen Wahrheiten, die ein versöhnendes Opfer und einen allmächtigen Mittler zeigen. Er weiß, dass alles davon abhängt, ob es ihm gelingt, die Gedanken von Christus und Seiner Wahrheit abzulenken.

Wer die Segnungen der Fürsprache Christi nutzen möchte, sollte sich durch nichts von seiner Pflicht abhalten lassen, seine Heiligung in der Furcht Gottes zu vervollkommnen. Statt kostbare Stunden dem Vergnügen, dem Luxus oder der Gewinnsucht zu opfern, sollten sie dem ernsten, andächtigen Studium der Wahrheit gewidmet werden. — Vom Schatten zum Licht, 441f

Zum Nachdenken: Gebe ich wissentlich einen Teil meiner Kraft der Sache Satans?

(Quelle: Ellen G. White, Jesus: Name Above All Names, Andachtsbuch 2021)
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten Tags Adventisten
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten.
Übersetzt von ASI Deutschland.


15. AUGUST
Heiliger Stellvertreter

„Er hat unsere Gebrechen weggenommen und unsere Krankheiten getragen.“ – Matthäus 8,17



Wie gespannt die Auseinandersetzung von den himmlischen Engeln und ungefallenen Welten verfolgt wurde, als die Ehre des Gesetzes gerechtfertigt wurde! Nicht nur für unsere Welt, sondern für das ganze Universum sollte der Streit für immer entschieden werden. Auch das Bündnis der Finsternis hielt nach der kleinsten Chance Ausschau, über den göttlich-menschlichen Stellvertreter der Menschheit zu triumphieren …

Doch Satan bekam nur die Ferse zu fassen. Den Kopf erreichte er nicht. Als Christus starb, erkannte Satan seine Niederlage. Er sah, dass vor dem ganzen Himmel sein wahres Wesen klar offengelegt war und alle Himmelswesen und von Gott geschaffenen Welten uneingeschränkt auf Gottes Seite stehen würden. Er sah, dass er von nun an keinerlei Einfluss mehr auf sie haben würde. Christi Menschsein würde für alle Ewigkeit die Antwort auf die entscheidende Frage der Auseinandersetzung sein.

Als Christus die menschliche Natur in ihrem gefallenen Zustand auf sich nahm, beteiligte Er sich nicht im Geringsten an ihrer Sünde. Er besaß dieselben Schwachheiten und Anfälligkeiten wie die Menschheit, „damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht: ‚Er hat unsere Gebrechen weggenommen und unsere Krankheiten getragen‘.“ (Matthäus 8,17) Er wurde berührt von dem Erleben unserer Schwächen und wurde in allem wie wir versucht. Und trotzdem kannte Er keine Sünde. Er war das Lamm „ohne Fehler und ohne Flecken“ (1. Petrus 1,19) Hätte Satan Christus auch nur zur kleinsten Sünde verführen können, hätte er dem Heiland den Kopf zertreten. So aber konnte er nur Seine Ferse erreichen. Hätte er Christi Kopf berührt, wäre es aus gewesen mit der Hoffnung der Menschheit. Göttlicher Zorn wäre über Christus gekommen wie einst über Adam. Die Lage von Christus und der Gemeinde wäre aussichtslos gewesen.

Wir sollten keinen Zweifel an der absoluten Sündlosigkeit der menschlichen Natur Christi hegen. Wir brauchen einen verständigen Glauben, der in vollkommener Zuversicht auf Jesus schaut und voll und ganz an das sühnende Opfer glaubt. Das ist unerlässlich, damit wir innerlich nicht in Finsternis versinken. Unser heiliger Stellvertreter ist in der Lage, ganz und gar zu erlösen, denn Er bewies vor dem staunenden Universum in Seinem menschlichen Charakter vollkommene und vollständige Demut und vollkommenen Gehorsam gegenüber allen Forderungen Gottes. — Selected Messages, 1:255f

Zum Nachdenken: Wie kann ich in meinem Bereich so vollkommen sein, wie Christus es in Seinem war?

(Quelle: Ellen G. White, Jesus: Name Above All Names, Andachtsbuch 2021)
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten Tags Adventisten
Herausgegeben von der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten.
Übersetzt von ASI Deutschland.


14. AUGUST
Richter aller Geschicke

„Der HERR wird es für mich vollbringen! HERR, deine Gnade währt ewiglich; das Werk deiner Hände wirst du nicht im Stich lassen!“ – Psalm 138,8



Das Kreuz Christi wird für die Erlösten in alle Ewigkeit hinein Gegenstand ihres Nachdenkens und Singens sein. Im verherrlichten Christus werden sie den Gekreuzigten erkennen. Nie wird man vergessen, dass der Geliebte Gottes, durch dessen Macht zahllose Welten in den Weiten des Universums geschaffen wurden und erhalten werden – die himmlische Majestät, welche die Cherubim und glänzenden Seraphim mit Freuden anbeten – sich erniedrigte und den gefallenen Menschen aufrichtete. Unvergessen bleibt ebenfalls, dass dieser die Schuld und Schande der Sünde auf sich nahm und es zuließ, dass sich Sein Vater von Ihm abwandte, bis die Leiden einer gefallenen Welt Sein Herz brachen und Sein Leben am Kreuz von Golgatha auslöschten. Dass der Schöpfer aller Welten, der Richter aller Geschicke, Seine Herrlichkeit ablegen und sich aus Liebe zu den Menschen demütigen sollte, wird im Universum immer wieder Verwunderung und Verehrung hervorrufen. Wenn die Scharen der Erretteten auf ihren Erlöser schauen und in Seinem Angesicht die ewige Herrlichkeit Seines Vaters erkennen, wenn sie auf Seinen Thron blicken, der seit Ewigkeit besteht, und wissen, dass Sein Reich wirklich kein Ende nehmen wird, dann brechen sie in den begeisterten Gesang aus: „Würdig ist das Lamm, das geschlachtet ist, und uns mit seinem kostbaren Blut für Gott erkauft hat.“

Das Geheimnis des Kreuzes erklärt alle anderen Geheimnisse. Im Licht, das von Golgatha ausgeht, scheinen die Eigenschaften Gottes, die uns einst mit Furcht und Scheu erfüllten, schön und anziehend. Gnade, Güte und väterliche Liebe verbinden sich mit Heiligkeit, Gerechtigkeit und Macht. Während wir die Majestät Seines hoch erhabenen Thrones vor Augen haben, erkennen wir durch die Zeugnisse der Gnade Sein inneres Wesen und verstehen wie nie zuvor, was der gütige Name „unser Vater“ wirklich bedeutet.

Es wird deutlich werden, dass der unendlich weise Gott für unsere Erlösung keinen anderen Plan hätte entwerfen können, als Seinen Sohn zu opfern. Der Lohn für dieses Opfer ist die Freude, die Erde mit erlösten Geschöpfen zu bevölkern, die glücklich, heilig und unsterblich sind. — Vom Schatten zum Licht, 597

Zum Nachdenken: Wann nehme ich mir heute Zeit, Gott für das einzige Mittel zu danken, durch das Er mich retten konnte: das Opfer Seines Sohnes Jesus Christus?

(Quelle: Ellen G. White, Jesus: Name Above All Names, Andachtsbuch 2021)

2819099

Каналов

109137067

Сообщений